Schlagzeilen

aus der Printausgabe vom 29. September 2014

Konzentration im Handel alarmiert

Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland ist bedenklich. Es besteht die Gefahr, dass sich die Wettbewerbsverhältnisse weiter verschlechtern. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundeskartellamt in seiner Sektoruntersuchung „Nachfragemacht im Lebensmitteleinzelhandel“, die es vergangene Woche in Bonn vorgelegt hat. Laut der Studie decken die Unternehmen Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit den Lidl-Märkten und Kaufland derzeit rund 85 % des gesamten Marktes in Deutschland ab. „Die Sektoruntersuchung zeigt, dass wir einer weiteren Verschlechterung der Wettbewerbsverhältnisse konsequent entgegenwirken müssen“, sagte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt.

Bereits jetzt hätten die großen Handelskonzerne einen gravierenden Vorsprung gegenüber ihren mittelständischen Konkurrenten und genössen strukturelle Vorteile, die sie in den Verhandlungen mit den Lebensmittelherstellern nutzen könnten. Der Verhandlungsmacht der Händler könnten im Einzelfall auch große Hersteller mit bekannten Marken ausgesetzt sein. Mit der Sektoruntersuchung habe das Kartellamt eine „robuste Tatsachengrundlage“ für die eigene Fallpraxis in der Fusionskontrolle und der Missbrauchsaufsicht sowie die weitere Diskussion um das Thema „Nachfragemacht“ vorgelegt, erklärte Mundt.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt begrüßte die Studie. Er mahnte ebenso wie die Ernährungsindustrie und der Deutsche Bauernverband (DBV) eine strikte Anwendung des Kartellrechts an. (...)