Schlagzeilen

aus der Printausgabe vom 22. September 2014

Schmidt startet Tierwohl-Initiative

Mit einer breit angelegten Initiative will Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt den Tierschutz in Deutschland voranbringen und „stärker in die Mitte der Gesellschaft rücken“. Die vergangene Woche vorgelegten Eckpunkte enthalten ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das unter anderem den Verzicht auf nicht-kurative Eingriffe vorsieht.

Neue Ställe sollen künftig stärker am Tierwohl orientiert werden. Zudem sollen konkrete Anforderungen an die Sachkunde von Tierhaltern definiert werden. Dringenden Handlungsbedarf sieht der Minister auch bei der Merzung männlicher Küken, bei Tiertransporten sowie bei der Tötung überzähliger Ferkel und tragender Kühe. Schmidt setzt nach eigenen Angaben auf das Prinzip der „verbindlichen Freiwilligkeit“, kündigte aber an, im Falle fehlender oder unzureichender Branchenlösungen auch „gesetzgeberisch zu handeln, wo notwendig“.

Begleitet werden soll die Initiative von einem „Kompetenzkreis Tierwohl“ unter der Leitung des ehemaligen niedersächsischen Landwirtschaftsministers Gert Lindemann. An ihr sind berufsständische Organisationen sowie Tierschutz- und Verbraucherverbände beteiligt. Die neue Tierwohlinitiative hat in Politik und Verbänden ein geteiltes Echo hervorgerufen. Während der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Tierschutzbund die Initiative begrüßten, gehen die geplanten Maßnahmen aus  Sicht der Opposition und auch nach Meinung einiger Interessen- und Umweltverbände nicht weit genug.  (...)